So, bevor ich mich hier mit der Alltäglichkeit der Welt und meines Daseins als Nachtwächter auseinandersetzen werde, kehre ich einen Teil meines Inneren nach Außen und lasse euch alle an meinem persönlichen Jahr 2006 teilhaben.
(Das erspart der Krankenkasse die Therapeutenkosten und ich kann im Sitzen schreiben, anstatt im Liegen reden! Obwohl...)
Ja, das könnte nicht nur, das wird sogar sehr, sehr lange werden!
Eine Aufteilung in mehrere Posts verbietet sich aber von selbst, das Jahr lief ja auch in einem Stück ab.
Bevor alles aber durch unsinnige Vorworte noch länger wird, sollte ich vielleicht beginnen...
Die Dinge beginnen wie immer: Klein und Bescheiden!
"Sonntag, 01.01.2006, 00:00:01 Uhr, in Frankfurt! Am Main stand ich nun da, umgeben von vielen, vielen Menschen. Einige davon kannte ich sogar, aber die meisten dieser Homo sapiens waren mir vollkommen unbekannt!
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Meine Freundin schaute mir tief in die Augen und wünschte uns Beiden ein gemeinsames glückliches Jahr! Meine Antwort darauf, war simpel, aber treffend: "Es liegt nur an uns!"
Zu Beginn des Monates widmete ich mich der ersten größeren Herausforderung: der Suche nach einem neuen Domizil. Nein nicht für uns beide! Der Beschluß einer neuen Wohnung wurde bereits vor unsere Vereinigung gefaßt! Und wie alles zu dieser Zeit, lief auch dieses vollkommen ohne Komplikationen ab. Bereits die zweite Wohnung traf meinen Geschmack, wurde auch von meiner Freundin abgesegnet, welche ich zu einer zweiten Besichtigung mitgenommen hatte. Sie gab mir sogar zu verstehen, mich des öfteren dort zu besuchen. Fand ich sehr nett von ihr! (Hierbei sollte man vielleicht erwähnen, das sie jedesmal, um zu mir zu gelangen knappe 200 km zurücklegen mußte, um mich zu erreichen. Nein, sie hat sich nicht immer verfahren, es war wirklich soweit weg!)
Also lief der Rest des Monats mit der Ausnahme einer Anzeige gegen mich (Reden wir nicht darüber, war nach wenigen Wochen erledigt. Unabhängige Zeugen sind Gold wert, glaubt mir!! Es gibt einfach zu viele Querulanten auf der Welt!!) eigentlich so wie man sich das wünscht!
Am 29.01.2006 erfreute mich meine Freundin mit einer netten kleinen Verunzierung auf ihrer Hand. Sah nicht wirklich gut aus! Diagnose: Blutvergiftung! 3 Tage Krankenhausaufenthalt. Was mir einen nahtlosen Übergang in den Februar beschert. (Ich hab ja gesagt, es wird lang!)
Zum Glück war es nicht weiter schlimm, die Genesung verlief reibungslos, das zaubert natürlich ein Lächeln auf das Konterfei des Nachtwächters.
Also lebten wir erst einmal innerhalb unserer räumlichen Trennung zusammen (häh???), schwebend auf der Wolke mit der Nr. 7.
Neben der Arbeit wurde das Renovieren der neuen Wohnung in Angriff genommen, dafür bekam ich schon einen Monat vor Umzug die Wohnungsschlüssel!
Die Arbeitsteilung verlief ganz nach meinem Geschmack. Während die bessere Hälfte die Küche putzte (wurde von der Vormieterin übernommen, war noch "Top-in-Schuß!"), schob ich meine Rückenschmerzen vor um auf dem Wohnzimmerfußboden zu ruhen! (Na ja, die Schmerzen waren echt und nicht zu verachten, verschwanden aber so schnell wieder wie sie kamen!)
Außerdem wurden natürlich neue Möbel, vor allem ein neues Bett gesucht. Mein Altes brach schon zu Singlezeiten entzwei, und hätte einen Umzug nur schwerlich überstanden! Nicht was ihr schon wieder denkt. Gemeinsames shoppen...!!!! (Keine Angst, keine Einzelheiten!!! So lange soll es dann doch nicht werden!!)
Das mein alter Vermieter allerdings ziemlich dumm aus der Wäsche schaute, als ich ihm mitteilte, das ich die von ihm eingebaute Küche, welche er aber schon an meine Vormieter verkaufte, um wieder Kosten hineinzubekommen, ebenfalls weiterverkauft habe, allerdings außerhalb des Hauses, möchte ich hier noch erwähnen. (also, ich verstehe den langen Satz jetzt nicht ganz!!!) Noch nicht ahnend warum er sich ein wenig sonderlich anstellte, ließ ich sie dann am Tage des Auszuges Anfang März von einem Arbeistkollegen für dessen Sohn ausbauen. Und was dahinter zum Vorschein kam gibt dem Begriff "Stümperei" durchaus neue Dimensionen. Ich versorgte ihn dann mit Nachmietern, was das Problem dann löste. Aber die unterschwellige Botschaft bei den Telefongesprächen, die er mir mit der ständigen Wiederholung der Aussage "...aber sie brauchen ja noch Zeit zum renovieren..." (ich dachte manchmal echt, die Platte hängt!) war nicht nur zwischen den Zeilen zu vernehmen! Wie gesagt, verlief letzten Endes gut! Aber ich hätte Bilder der leeren Küche machen sollen. Die hätten hier für Erheiterung gesorgt. (Besser war aber das Gesicht des Kollegen, als er die Küche ausbaute und den Pfusch sah! Manne.. selbst betrunken warst du nie wieder so komisch!)
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Dann, etwa drei Tage später, am 17.03.2006 traf meine Freundin eine Entscheidung. Meine Freundin zu sein reichte nicht mehr, sie wollte, meine Ex-Freundin sein! Fand ich nicht gut. Mußte ich leider ein Veto einlegen! Wurde leider abgeschmettert.
Wieso, weshalb, warum? Ich erhielt keine echte Antwort, vielleicht habe ich sie auch nicht hören wollen, den verständicherweise befand sich mein Seelen- und Geisteszustand irgendwie in ungeregelten Bahnen.....
Apropos Bahnen: die anschließende Heimfahrt (diesmal mußte ich 200 km zurücklegen!) hab ich aus dem Gedächtnis gestrichen! Oder verdrängt! Oder... was auch immer! Ist wohl auch besser so, das Blut am Kühlergrill irritierte mich am nächsten Tag, wenn auch nur kurz!
(Scherz beiseite: Autofahren war eine äußerst dumme Idee, und das ich heil zu Hause angekommen bin, hab ich wohl nur der Tatsache zu verdanken, das ich den Weg wirklich gut kannte!)
(Hab ich mich eigentlich schon bei dir dafür bedankt das du immer ein Taschentuch für mich im "Meatpackers" hattest wenn ich ein brauchte, Samuel! Hiermit geschehen!)
Aus Antriebslosigkeit lies ich meine sozialen Kontakte weitgehehnd sausen oder vergraulte diese mit mieser Stimmung und trieb noch nicht mal richtig Sport! Nichtmal das konnte mich glücklich machen... mir gings wohl wirklich schlecht!
Der Juni 2006 Stand natürlich unter dem Motto der Fußballweltmeisterschaft. Es ist schon viel darüber geschrieben worden, und ich habe dem nicht mehr allzuviel hinzuzufügen, außer vielleicht einer kleinen Anekdote, meinem kleinen Erlebniss mit dieser WM:
Also .... unsere deutsche Elf hat gerade ihren zweiten Sieg gegen Polen errungen.... Frankfurt hat gefeiert... wie wahrscheinlich viele andere Städte auch! Ein paar Freunde und Kollegen waren meine Begleiter bei der anschließenden Siegestour durch die Straßen und Kneipen der Umgebung. Da wir bereits direkt nach der Arbeit unseren Weg zum Public-Viewing am Main
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Überhaupt ware meine Kopfschmerzen in diesem Jahr ein echter Störfaktor. Eine Art Teilmigräne, mütterlicherseits geerbt, immer dann auftretetend, wenn man es kaum erwartet und noch weniger verhindern kann, da meißt keine Apotheke in der Nähe... Noch so ein Stimmungskiller!...
Der August erfüllte nur den Zweck zu enden, den an seinem Ende stand der Beginn des Urlaubes! Was ich mit Urlaub sollte erschloss sich mir zwar immer weniger, da ich wegen anhaltender Antriebslosigkeit irgendwie eine sinnvolle Planung nicht verfolgte. Mein Vorhaben, Schottland, meine absoluten Favorit, (war schon mal da, muss noch mal hin!) zu besuchen,... vergessen! (Langsam klingt das alles irgendwie zwanghaft neagtiv... ich spoilere besser mal:... (fast) alles wird gut!)
Als dies überwunden war, widmte ich mich, da die Zeit ja mehr als genügend vorhanden war, wieder vermehrt meinen Sportarten, machmal dreimal am Tag...
Sport ist Mord! Zumindest in diesem Falle für meine linkes Kreuzband, welches ich ganz ohne fremde Mithilfe zum Reißen bringen konnte! Ich denke, das ist ein guter Grund, um noch schlechter gelaunt zu sein! (Nein, ich habe auch manchmal gelächelt und einen oder zwei Witze gemacht!)
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Ein dickes Knie und eine noch dickere Schiene verhinderten das Verlassen der Wohnung für mehrer Tage! Wohin den eigentlich? Auto fahren war nicht, die Bewegung sehr eingeschränkt...
Und das Wetter???? Das hatte endlich Sommerformat! Klasse! Naja, surf ich halt im Internet... Wie? Geht nicht?? Nein, geht nicht! Und zwar für die nächsten dreieinhalb Monate war niemand in der Lage, das Problem zu beheben, geschweige denn überhaupt mal auf einen Lösungsvorschlag zu kommen! Wieviel Zeit und auch Geld ich investiert habe, um diesen Zustand zu beenden will ich hier nicht wiedergeben... mir würden wahrscheinlich die Tränen kommen, wenn ich es zusammenzähle (oder ich reiß’ vor Wut ein Kabel aus der Wand, das wäre dann allerdings kontraproduktiv!)!!!
Also: kein Sport, mehr oder weniger von der Welt abgeschnitten (technisch, wie auch physisch).... was bleibt noch?
Zum Beispiel Lesen! Ein von mir lange Zeit vernachlässigtes Hobby. Dafür widme ich seitdem mit umso mehr Enthusiasmus den Werken von Terry Prattchet, den ich hiermit mal einfach so über den Klee lobe, und jedem empfhele, der sich für britischen Humor und ein wenig Fantasy erwärmen kann.
Am Ende des Monats, wir befinden uns übrigens mittlerweile im September, hatte es hier ein nicht gerade zimperliches Gewitter... und das Gewitter hat seinen Freund den Blitz und dessen Bruder Donner mitgebracht... und einer dieser Unholde schlug direkt in meinem Haus ein un verhinderte, das mein TV-Gerät fleißig seiner Arbeit nachgehen konnte! Ärgerlich, zumal natürlich Samstag abend war! Also wurde zwei Tage später für viel Geld ein neues, ohne Frage zeitgemäßes Gerat gekauft! Flach und so weiter.... (Man gönnt sich ja sonst nichts!)
Durch das kaputte Knie verpasste ich auch die nächste Party der Kollegen! Hm.... langsam glauben die vermutlich, ich mag sie nicht mehr!Hm hm hm.....das die auch immer so weit weg feiern müssen!!!hm hm hm...
Im Oktober nahm die Schwellung zum Glück langsam wieder ab, meine Bewegungsfreiheit wieder zu und ich konnte zumindest wieder trainieren... nachdem ich mein Fitnessstudio gewechselt habe... Weiß nicht... waren sonderbare Tiere da (Muskelspinnen und so!)! Wollte lieber wieder normale Menschen um mich!
Auch wurde der Termin für eine Operation an meinem Knie auf den 20.11. terminiert... arbeiten hat mir der Arzt allerdings weiterhin verboten, wie übrigens auch für den Rest des Jahres... Langweilig, wenn auch bedingt erholsam!
Nichtsdestotrotz, irgendwie verging auch dieser Monat ...vor allem ohne nennenswerte Vorkomnisse.. es plätscherte einfach alles so vor sich hin...
Der November (endlich!) war da irgendwie von ganz anderem Kaliber.
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Ich drück es mal simpel aus... Geiles Konzert!
Das etwa eine Woche später ich das erste Mal wieder auf meine Ex getroffen bin, müsste eigentlich nicht weiter erwähnt werden, war es ein sehr ernüchterndes und irgendwie befremdliches Aufeinandertreffen! (Über die Umstände schweige ich jetzt hier mal, Nachtwächterangelgenheiten!) Zugegeben, ganz unschuldig an der Befremdlichkeit bin ich zwar auch nicht, irgendwie bin ich in solchen Momenten schlicht überfordert... aber wenn man auf die simple Frage nach etwas Unterhaltung nur einen schiefen Blick und ein... (ich zitiere): "ah...hm...." erntet, dann streiche ich verwirrt die Segel, gebe noch mal kurz meinen Senf dazu und versinke dann mal in meinen darauffolgenden Grübeleien.
Naja, einen Tag später hatte ich dann schon wieder genug zu lachen, den der zweite große Comedybesuch des Jahres, bei Mario Barth, stand an...
Der kleine Chauvi zog mal wieder über das (un-)mögliche (Zusammen-)Leben von Männern und Frauen her, womit er natürlich einen ganz speziellen Nerv bei mir traf, so dass ich manchmal mehr über einen Witz nachgedacht habe als bestimmt vorgesehen (Ich drücke mich jetz mal um
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Die Woche drauf landete ich dann endlich im Krankenhaus um meinem Knie endlich die benötigte Generalüberholung zu verpassen...
Fünf Tage musste ich mich dem horizontalen Gewerbe widmen! Also viel liegen, nicht...hm...nun ja!!! Hätte nicht gedacht, das das Knie wieder so anschwellen würde! Also meine beiden Stützen wieder hervorgekramt und das Laufen in diesem Jahr zum dritten Mal neu erlent.... Ich möchte wieder ein schwimmendes Säugetier aus der Uhrzeit sein und auf den Urknall warten!!!
Die Unterbringung war aber ok, mein Zimmernachbar voll in Ordnung, aber es geht nichts über die Freude nach Hause zu kommen!
Und da ich so langsam realisierte, das ich jetzt endlich wieder gesund werde, wuchs in meinem Gesicht ein unverhohlenes Grinsen.
Unterschwellig, fast schon beiläufig, besserte sich meine Laune, und auch alle weiteren (kleinen!!!) Niederschläge vermochten es nicht, meine neugewonnene innere Ruhe in irgendeiner Art und Weise zu beeinträchtigen....
Niederschläge??? Ja leider! Schon wenige Tage später zog ich mir so eine starke Grippeinfektion inkl. Magendarmproblematik (versucht mal mit frisch operierten Knie, dazugehöriger Schiene, Gehstützen, allerübelster Kopfschmerzen und grippegeschwächten Körper rechtzeitig die Kloschüssel zu erreichen!) zu, das ich in diesem Jahr auch die letzte (Weihnachts-)Feier mit den Arbeitskollegen verpasst habe! Rückblickend sehr ärgerlich!!!
Is auch schnurz... grinsen, vergessen, (und da wir uns mittlerweile Anfang Dezember
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Kurz darauf besuchte ich den Scheibster, meinen persönlichen "Godfather of good Music" (warum hab ich das Gefühl, das er jetzt rot wird:-) ) und lies meinen zwar nicht begrenzten, aber etwas zu einheitlichen Musikgeschmack durch seine Erfahrung einer Erweiterung unterziehen. War eine sehr nette "Session" (ich hasse Anglizismen!:-) ), welche ich bei noch vorhandenem Material gerne wiederholen würde. (Ich revanchiere mich auch!) Ich arbeite mich immer noch durch das Ergebnis!
Was geschah noch? Noch mehr Geld wurde ausgegeben, da ein neuer Rechner her musste (das Internetproblem lies sich dadurch aber auch nicht beheben!!! 2006 hatte ich also keine funktionierende Leitung mehr!)! Ich begann mit der ebenfalls vom Scheibster empfohlenen "South-Beach-Diät" (5,5 Kilo in den ersten drei Wochen, ein "Jo-Jo-Effekt droht bisher noch nicht), sah "Casino Royal" und befand ihn für gut! Verbrachte Weihnachten im Kreis der Familie, trieb wieder mehr Sport, das Knie verheilte immer mehr, und überlebte auch das befremdliche SilvesterFest ( sorry folks, war nicht so doll dieses Jahr, was da geboten wurde!!!), und lächelte mich in ein neues Jahr....
Auch dieses begann mit einer seelischen Belastungsprobe. Diese begründete sich darauf...... Ach, das erwartet euch dann im nächsten Jahresrückblick!!!!
Und was erwarte ich vom neuen Jahr????
Ich schaute mir einfach mal im Spiegel ganz tief in die Augen und wünsche mir ein schönes Neues Jahr! Und was antwortete mein Spiegelbild, ganz simpel, aber treffend: "Es liegt nur an uns!"
In diesem Sinne..."
...bedanke ich mich für die (viele) Aufmerksamkeit, verspreche demnächst viele (viel kürzere Posts) und senke nun erschöpft mein Haupt!
"
Del Amitri - Start with Me"
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5 Kommentare:
Habe mich durchgekämpft... :-)
Bewegendes Jahr, jawohl. Aber wie hieß es doch so schön:
"It can't always rain."
In diesem Sinne, 2007 wird alles besser!
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Ich dachte, das ich das eigentlich getan habe!!!!
Hm, muß ich wohl mal nachschauen...
Muß aber auch zugeben, in puncto "Public Relations" bisher versagt zu haben!
Vieles kommt mir irgendwie bekannt vor-aber ich kann mich auch irren...und noch eine Weisheit zu diesem Thema: "Wer Täler meidet, wird Gipfel nie erreichen" Aber zum Glück wird man ja meißt nicht gefragt, ob man das Tal meiden möchte...
Ja, Täler sind besonders bei Fußkrankheit sehr beschwehrlich!
Aber es liegt ja nun doch immer an einem selbst... Möge der Wanderstock mit uns sein!!:-)
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